Auf Wallfahrt sein

Jeder von uns ist auf besondere Weise und in seiner Situation von der Geburt bis zum Tod ein Pilger. Auch Jesus war mit Maria uns Josef unterwegs zur heiligen Stadt Jerusalem. Die Geschichte der Kirche ist ein lebendiges Buch einer Pilgerreise, die noch nicht zu Ende ist; zudem verweist eine Wallfahrt die Gläubigen auf den persönlichen Weg auf den Spuren des Erlösers der Welt.

Die Erscheinungen der Jungfrau Maria an Schwester Katharina ermöglichen uns die Erfahrung und die Freude des Geliebtseins. Gott wollte, dass Maria in diese Kapelle kommt, um und das Privileg zu offenbaren, das ihr geschenkt war, um ihre Sendung als Mutter Gottes würdig zu erfüllen. Schwester Katharina bekam ihrerseits den Auftrag, eine Medaille prägen zu lassen, durch die so viele Wunder geschehen sind, dass das Volk von Paris sie die Wundertätige Medaille nannte.

Ihre Botschaft der Liebe entspricht der des Evangeliums. Aber sie unterstreicht den Platz und die Rolle der seligen Jungfrau, dieses einfachen Geschöpfes wie wir; ihre besondere Sendung wurde zum Zeichen für die Zukunft der ganzen Menschheit. Sie ist die neue Eva, erlöst durch den neuen Adam, die selige Jungfrau, die Mutter Gottes und auch unsere Mutter. Vom Kreuz herab hat Christus sie uns als Mutter gegeben.

Schauen wir zur Jungfrau mit den Strahlen auf. Unser Blick, der zu oft an Irdischem hängt, kann hier das Grau des Alltags durchdringen und das Licht von oben aufnehmen; er wird Träger eines neuen Lichtes für sich und für die anderen.
Gehen wir zu den Stufen des Altares, denn die selige Jungfrau lädt uns alle, groß und klein, ein, zum Tabernakel zu kommen, in dem Jesus gegenwärtig ist, so gegenwärtig wie er es in der Krippe war. Hier sollen wir ihn demütig um die Gnaden bitten, die er uns durch ihre Hände zukommen lassen möchte. Maria wartet nur auf eines: dass wir darum bitten… Sie weiß, dass das wahre Elend darin besteht, dass wir nicht verstehen, den Heiligen Geist um seine Hilfe anzurufen. Darum ruft sie uns auf, uns hinzuknien und den Vater zu bitten, dass er uns den Sohn offenbare.

Öffne wir unsere Hände und unser Herz, um die kostbaren Steine der Gnaden Jesu in Empfang zu nehmen. Wir dürfen der Liebe Gottes zu uns vertrauen. Er hat uns das schon so oft bewiesen… Ebenso dürfen wir auf die mütterliche Zuneigung seiner Mutter vertrauen und auf die Macht ihrer Fürbitte beim Herzen ihres Sohnes. Unsere Wallfahrt ist ein Akt des Vertrauens zu Gott und zu jener, die dem Engel antwortete: Fiat!